Die Diskussion über den Anteil an Wirklichkeit im Motiv eines Bildes hat eine lange Geschichte. Schon im 16. Jahrhundert beginnen Künstler des Manierismus, die wiederentdeckte Mimesis zu manipulieren (Pontormo, Piranesi u.a.), die im 18. und 19. Jahrhundert durch die Masken des Traums und des Wahnsinns weitergeht (Füssli, Goya). Am Beginn der Moderne versetzen manche Maler die gängige, figürliche Bildaussage mit Symbolen (Moreau, Redon), andere vermitteln den Zwang der Phantastik zur Bildsprache (Ensor, Rousseau, Kubin u.a.), die die avantgardistischen Positionen der Zeit im Bilde paraphrasiert. Surreale Motive in der Malerei des 20. Jahrhunderts prägen das Grundkonzept einer nicht konformen Subjektivität mit einer imaginären Phantasie (De Chirico, Dali, Ernst, Magritte).
Karin Rössler: Impressionen Nord – Süd
Aquarelle und Ölgemälde.
Ausstellung: 21.4.2026 – 13.6.2026...
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